#bedürfnisorientiert

„Nei Mama, nei. Weiter!“

Bedürfnisorientiert

Ein Wort, das aktuell in aller Munde ist, wie beispielsweise bei der lieben Laura von TRENDSHOCK. Ein Thema, das heiß diskutiert wird und eine Lebensweise, die stark polarisiert.

Die goldene Mitte

Und ja, auch für mich bedeutet die an die Bedürfnisse meines Kindes angepasste Erziehung eine Herzensangelegenheit. Dennoch möchte ich bewusst keine Partei für die Pro- oder aber die Contra-Seite ergreifen, denn meine wahre Überzeugung gilt der goldenen Mitte.

Geständnisse

Geständnisse einer entspannten Mutter. Geständnisse einer entspannten Mutter, die vornehmlich Außenstehende in mir sehen. Doch bin auch ich fest davon überzeugt, die Mehrzahl der Herausforderungen, vor die das Leben Eltern mit Kleinkind tagtäglich stellt, mit Gelassenheit zu bewältigen. Mit Gelassenheit und Liebe. Liebe, die mein Kind begleiten und wachsen lassen soll.

Quelle: https://facebook.com/echtemamas/

Konkret gesprochen:

Ben schläft, wenn er müde ist. Ben trinkt, wenn er durstig ist und dies sogar noch an der Brust. Ben isst, wenn er hungrig ist. Ben spielt, wenn er spielen möchte, …

Diese Art der frühkindlichen Selbstbestimmung jedoch, so meine ich, benötigt einen Rahmen. Sie benötigt Regeln. Sie benötigt Grenzen. Einen Rahmen, Regeln und Grenzen, die in Liebe und in Zusammenarbeit mit dem betroffenen Kind festgelegt werden sollten. Schritt für Schritt. Denn nur auf diese Art und Weise können wir Eltern sicherstellen, unsere Kinder zu pflichtbewussten und gesellschaftsfähigen Erwachsenen heranzuziehen, was keinesfalls zu bedeuten hat, dass dies auf Kosten der Individualität geschehen muss. Ganz im Gegenteil. Ich sehe es als meine Pflicht an, meinem Kind jegliche Möglichkeiten zu eröffnen, seine Individualität zu entwickeln. Im Einklang mit der heutigen Zeit und deren für die Gesellschaft allgemeingültigen Gesetzen.

Unser Mittelweg

Um dieses Fundament zu schaffen und zu festigen, dies möchte ich noch einmal betonen, ist Liebe unerlässlich. Denn Liebe bedeutet Vertrauen und Vertrauen bedeutet Halt. Halt, den ein Kind zu seinen Eltern nie, aber auch niemals verlieren darf! Aus eigener Erfahrung weiß ich zu berichten, dass es für einen kleinen Menschen wohl nichts Schlimmeres geben kann, als Zwang, der Angst schürt und Bedingungen, die sich in Erpressungen äußern.

Sicherlich setzen auch wir, mein Mann und ich, Belohnungen ein, heben gelegentlich den Finger, niemals jedoch die Hand, um ein „Nein“ zu verstärken und lassen Ben protestieren, sollte er sich ungerecht behandelt fühlen. Beispielsweise dann, wenn die zum Frühstück verlangte Schokolade „Ben Dulla habem!“ nicht wie gewünscht auf dem Teller liegt. Oder aber JoNaLu bereits nach einer Folge ein Ende findet. – Alles in Maßen! – Aber Spaß bei Seite.

Wir legen großen Wert auf gemeinsame Mahlzeiten und auf die Wertschätzung der aufgetischten Lebensmittel. Ben probiert von allem, was ihm dennoch nicht mundet, muss er nicht aufessen. Ben isst, so viel er möchte und wenn er „fertig!“ ist, bevor er beginnt mit dem Essen zu spielen, werden ihm Mund und Hände abgewischt und er darf spielen gehen.

Wir legen großen Wert auf Höflichkeit. Ben sagt „Hallo“ und „Ciao Ciao“ / „Sön wars!“ „bitte“ und „danke“, inzwischen sogar ohne Aufforderung.

Wir legen großen Wert auf Respekt. Jeder Mensch, jedes Tier hat seine Grenzen. Ben lernt diese zu erkennen und im Zweifel bei Überschreitung ein „Nein!“ zu respektieren. – Diesbezüglich gibt es in unserer Wohnung gewisse Bereiche, im Wohnzimmer beispielsweise ein mit Wein- und Sektgläsern, wie auch Vasen befülltes offenes Sideboard, welches für Ben ein Tabu darstellt. Ein Tabu, dem jedoch ausreichend Ausweichmöglichkeiten gegenüberstehen. Ein Tabu, das er von Beginn an akzeptiert hat und nur im äußersten Fall auszureizen versucht.

… Ihr merkt schon, ich könnte ewig so weiter machen und euch tiefere Einblicke in unseren Alltag, gefühlt bereits seit einigen Monaten in den ‚Terrible Twos‘ angekommen, gewähren. Im Grunde genommen möchte ich alles in allem aber nur eins kommunizieren:

Liebt eure Kinder. Liebe kann niemals zu viel sein. Liebe bedeutet, für uns beispielsweise auch heute noch, mit knapp zweiundzwanzig Monaten zu stillen, und im erweiterten Familienbett zu schlafen. Vergesst jedoch bitte nicht die Grenzen. Grenzen, die sich mit viel Geduld, wie sie bei fast allem in Zusammenhang mit Heranwachsenden benötigt wird, als Kann und nicht als Muss einprägen und Alternativen schmackhaft machen.

… Die Anstrengung ist es definitiv wert. Und der Lohn euer ganzer Stolz. Euer Kind. Ein charakterstarker Mensch!

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.