Ein ganzes und ein halbes Jahr

Ein Jahr und 184 Tage

Ein Jahr, dessen Elternzeit mein Baby und ich gemeinsam zu Hause genießen konnten. 184 Tage, die einem Sprung in eiskaltes Wasser glichen. Für uns beide. 184 Tage, die mehr Entwicklung nicht hätten bringen können. 184 Tage, die uns in einigen Dingen jedoch auch zurückgeworfen haben. Gefühlt, um Welten!

Rückblick

Dass Ben bereits mit einem Jahr zu einem KiTa-Kind werden sollte, war nicht geplant. Der Idealvorstellung, bis zu seinem dritten Geburtstag mit ihm zu Hause bleiben zu können, machte die Realität jedoch recht schnell einen Strich durch die Rechnung. Ich sage nur: Erstens kommt es anders… Und zweitens als man denkt! Zugegeben, der Gedanke, mein kleines ‚Baby‘ bereits im Alter von einem Jahr für mindestens sechs Stunden pro Tag in fremde Hände zu geben, war alles andere als angenehm für mich. Ich hatte Zweifel. Ich machte mir Vorwürfe. Dass diese Art, mit der Situation umzugehen, jedoch nicht die Beste war, wurde mir recht schnell bewusst. Wollte ich meinem Kind den Einstieg in die Fremdbetreuung und somit auch die Eingewöhnung in der Kita doch so angenehm als möglich gestalten. Als Mutter, die mit Ihrer Entscheidung, diesen Weg zu gehen hadert, würde mir dies aber nicht gelingen. Ich arrangierte mich also. Ich musste mich arrangieren! Mit der Situation, mit unserem neuen Leben. Dem Leben als workingmom mit einem KiTa-Kind.

Routine

Hatte ich zu Beginn noch Bedenken, wir würden uns in den recht straff geplanten Alltag nicht schnell genug einfinden können, lässt uns heute, ein halbes Jahr später, die innere Uhr nicht einmal an den Wochenenden im Stich. Wir sind also angekommen. Zu einhundert Prozent angekommen.

Dass dieses neue Leben jedoch nicht nur Sonnen-, sondern auch Schattenseiten für uns und vor allem Ben bereithalten würde, hatte ich bereits vermutet. War die KiTa zu Beginn Ursache für den Turbo, den Ben urplötzlich einzulegen schien, bremste sie uns nach und nach aus. Immer mehr und immer öfter.

Fluch und Segen

Der Segen: Kurz nach der Eingewöhnung schien Ben förmlich zu explodieren. Er lief, er spielte, er plapperte. Und er plappert von Tag zu Tag mehr, wie ein Wasserfall. Er plappert Worte, viele Worte und teils auch Bruchteile von Sätzen. Er schläft. Alleine. Ohne zu kuscheln!!! Er trinkt Wasser. Und zu Hause, da spielt er im Anschluss alleine, ist genügsamer und ausgeglichener! … Um nur einige seiner, durch die KiTa begünstigten, Entwicklungsschritte zu nennen.

Der Fluch: Und der einzige Grund, die KiTa für solch kleine Kinder, meiner Meinung nach, in Frage zu stellen. Wir sind krank. Ständig. Ben, mein Mann und ich. Einzeln und zusammen. Immer wieder! Das KiTa-Viren Abonnement scheint Teil des Betreuungsvertrags zu sein. Leider. Doch wenn ich den Prophezeiungen sämtlicher Ärzte, Mütter älterer Kinder und Leidensgenossinnen Glauben schenken darf, wird es besser. Irgendwann. Aber immerhin, es wird besser. Hoffentlich schon bald, der Frühling soll schließlich nicht mehr lange auf sich warten lassen. (Die zusätzlichen, krankheitsbedingten Kuscheleinheiten möchte ich jedoch nichtmehr missen!)

Wie dem auch sei. Rückblickend kann ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war. Die richtige Entscheidung für Ben und die richtige Entscheidung für uns als Eltern. Denn das Angebot eines Fachmanns, beziehungsweise das der liebevollen Fachfrauen, bei denen sich Ben wirklich sehr, sehr wohl fühlt, kann man als Mutter und Vater seinem Kind zu Hause kaum bis nicht im Ansatz bieten. So sind wir also mehr als dankbar, dass unserem Kind bereits in diesem Alter all diese Möglichkeiten zugänglich sind. Ben besucht wöchentlich einen Englisch- und einen Musikschul-Kurs, wird überschüssige Energie im Kinderturnen und dem großen Garten der KiTa los, bekommt regelmäßig geführten Zugang zum Forscher-Raum und speist täglich vorzügliche Bio-Kost, die frisch von einer staatlich geprüften Ernährungsberaterin zubereitet wird. Aspekte, die den Alltag unseres Kindes immer wieder zu einem Abenteuer werden lassen. Einem Abenteuer, das noch so viel für ihn und für uns bereit hält… So viel, was wir mit Spannung erwarten!

Die wundervollen Bilder entstanden vor genau einem halben Jahr. Dem 25. August 2016. Dem Tag, der aus Baby Ben ein Geburtstagskind und somit auch ein Kleinkind machte.

Happy eineinhalb Jahre mein Baby, das du IMMER bleiben wirst! 

 

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2 Comments

  1. Das kann ich so nicht ganz stehen lassen. Auch die beste Kita kann eine liebevolle Mama nicht ersetzen und die Geborgenheit vermitteln, die ein Leben lang trägt. Der Kindegarten mit 3 Jahren ist früh genug.
    Die Kita ist nur 2.Wahl. Mir ist allerding auch bewusst, dass die Zwänge unserer heutigen Gesellschaft oft keinen anderen Weg zulassen.
    Alles Gute dem kleinen Ben und seiner Mama.

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