… Luft gemacht!

„Working Moms nerven?“ – What the f…!

(Sorry hierfür!)

Puh. Auch ich musste schlucken. Enorm schlucken, um nicht zu platzen, als mir bei Facebook ein geteilter Beitrag mit der Überschrift „Working Moms nerven? […]“ – BITTE WAS???!!! – ins Auge stach. Schließlich bin ich, durch die Erfahrungen, die ich unter anderem in den letzten gut sieben Monaten machen durfte und Situationen, die ich miterleben durfte, ein gebranntes Kind. Ein gebranntes Kind, das seit dem ersten Tag, zurück aus der Elternzeit, offenbar vergeblich um Anerkennung arbeitet, oder sollte ich besser kämpft, sagen?

ALLE in einem Boot

Dass hinter der wirklich mehr als unverschämten Behauptung, in Teilzeit berufstätige Eltern, insbesondere Mütter, würden nerven, und den Autorinnen von notyetaguru.com und halbesachen.net jedoch Gleichgesinnte, ja sogar Leidensgenossinnen stecken, lies meinen Blutdruck dann aber doch wieder in den Normbereich absinken. Mussten diese zwei Artikel doch bedeuten, dass wir berufstätige Mütter ALLE in einem Boot sitzen. In einem Boot, das einer völlig überfüllten und morschen Nussschale und keinesfalls einer luxuriös anmutenden Yacht gleicht. Denn so, genauso, fühle ich mich als working mom betrachtet, teilweise gar verachtet und bitte, bitte korrigiert mich, sollte dieser Eindruck täuschen.

Präferenzen

So und jetzt mal Hand aufs Herz. Seid bitte ehrlich. Ehrlich zu euch selbst und im Umkehrschluss auch ehrlich zu euren Mitmenschen. Jeder kennt sie und vor allem: jeder hat sie! Die Kollegen, mit denen man sich wenig bis rein gar nicht identifizieren kann. Sei es aufgrund der Reitbeteiligung, die Kollegin eins exzessiv in ihrer Freizeit pflegt und von der sie ununterbrochen vorschwärmt, sei es aufgrund der abnormalen Liebe zu schnellen Kraftfahrzeugen und der damit einhergehenden Profilierungssucht von Kollege zwei oder aber aufgrund der vom Veganismus geprägten Lebensweise von Kollegin drei, die keine Mühen scheut, diese Überzeugung auf ihr soziales Umfeld zu übertragen.
Wie dem auch sie, diese drei fiktiven Beispiele sollen zeigen, dass jeder Mensch um uns herum seine ganz eigenen Präferenzen hat und gerade diese Präferenzen sind es doch, die unsere gesellschaftliche Vielfalt ausmachen. Und genau diese gesellschaftliche Vielfalt ist es doch, die ein Team, beispielsweise wie das, in dem wir arbeiten, aufleben und dauerhaft bestehen lässt!

Und zu diesem Team gehören nun mal auch wir Mütter. Mütter, denen in der heutigen Zeit leider keine andere Wahl bleibt, als oftmals spätestens nach zwölf wundervollen und viel zu kurzen Monaten zusammen mit dem eigenen Kind zu Hause die vielerorts überteuerte Fremdbetreuung in Anspruch zu nehmen, um gezwungenermaßen mit einem Kopfsprung ins kalte Wasser der Erwerbstätigen einzutauchen. Aber keine Sorge, wir werden nicht untergehen. Diesen Gefallen werden wir all euch genervten Intoleranten nicht tun!

Aus eigener Kraft

Zum einen, weil da dieses riesige CARE, für das beinahe ausschließlich wir die Fürsorge tragen, an diesem dünnen Rettungsseil, an dem wir festhalten, hängt und zum anderen, weil wir es können: ja, genau. Wir können es! Wir Frauen, die offenbar bereits einige Jahrzehnte vor euch im 21. Jahrhundert angekommen sind, können sich und ihre Familien sehr gut alleine über Wasser halten und das oftmals mit mehr Biss, als ihr ihn an den Tag legt!
Denn sind es nicht wir, die sich mit den durchaus wohl bedachten und bewusst gewollten (!!!) Kindern die Nächte um die Ohren schlagen, um sich anschließend und dies ebenfalls, gefühlt noch mitten in der Nacht, in der Perfektion des Multitaskings zu finden? Denn der Plan muss aufgehen und das tut er zu neunundneunzig Prozent auch, zur Not mit der einen Hand Concealer und mit ihm die fehlende Frische auftragend und mit der anderen das Baby fütternd. Schließlich wollen und werden wir zu, für viele andere, unmenschlichen Zeiten die ersten im Büro sein, um das Tagespensum mit unserer Teilzeitstelle zu vereinen und für den Fall der Fälle, das Kind wird krank, der vor allem im ersten KiTa-Winter quasi dauerhaft eintritt (ACHTUNG: hier steht sie, die WARNUNG!), zusätzlich vorzuarbeiten. …

Ihr seht schon. Was ihr könnt, können wir auch. Und das nicht erst seit gestern! Da dies hier jedoch nicht in eine Art Wettkampf ausarten soll, möchte ich es dabei belassen und noch einmal mein Anliegen äußern:

Ja, ich bin Mutter. Ich habe ein Kind, ich habe eine Familie. Und ja, ich spreche über sie. Mal mehr, mal weniger. Denn diese Familie, die bedeutet mir einfach alles auf dieser Welt. So, wie euch eure Haustiere, eure Autos oder eure spezielle Lebensweise! Und dies bitte ich zu respektieren. – Wir respektieren euch doch auch!!! – Ebenso wie die Blicke auf mein Handy bei betrieblichen Veranstaltungen, in der Hoffnung, kein Notsignal zu erblicken oder aber auch die krankheitsbedingte Absage, die der pflichtbewussten Mutter, des Betriebsausflugs. Und lasst euch bitte eins gesagt sein: wir sind nicht nur daran interessiert, immer unser Bestes zu geben, wir geben es. IMMER. Doch ist das Beste, ohne Unterstützung vor Ort oder eine weitere Bezugsperson, leider nicht immer gut genug. Gut genug für andere und gut genug für die Gesellschaft. Die Gesellschaft, die endlich aufwachen und erkennen muss, dass wir eins sind. Ein Team. Das Team, das unsere Zukunft bestimmt und wir Mütter, wie alle berufstätigen Eltern, tragen hierzu einen großen, wenn nicht sogar den essentiellen Teil bei: unsere Kinder! Kinder, die zu den Menschen werden, die über kurz oder lang die Steuer- und Rentenkassen füllen, von denen wir eines Tages profitieren wollen und werden, wenn wir endlich beginnen umzudenken! Umzudenken und zu akzeptieren.

Akzeptanz

Also bitte, übt euch in Akzeptanz. In aller erster Linie auch euch zu liebe. Denn ihr seid es, ebenso wie wir, die ihren Nutzen aus unseren Kindern, unserer künftigen und hoffentlich einkommensstarken Gesellschaft ziehen werden!

Zu guter Letzt möchte ich ein Unternehmen, auf das ich während der Recherche im Zuge meiner beruflichen Tätigkeit aufmerksam geworden bin, erwähnen: H&D lebt diese Akzeptanz bereits und somit stehen den Mitarbeitern am Standort Gifhorn zwei voll ausgestattete Eltern-Kind-Büros zur Verfügung.

… und darauf hinweisen, dass ich persönlich großes Glück mit meinen Arbeitgeber und den vereinbarten flexiblen Arbeitszeiten habe, es mir dennoch ein großes Anliegen ist auf die Missstände, die in der heutigen Zeit, man mag es kaum glauben, noch immer vorherrschen, aufmerksam zu machen!

Zum Thema passend und ebenfalls sehr lesenswert: „Kommt die gute Fee…“ von ELTERN-Textchefin Anne Willers in der aktuellen ELTERN Nr. 4, denn sicher ist und was uns alle eint: ‚Mehr Care muss her!‘ und die Gesellschaft sich mehr kümmern!

 

 

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