Muttertag

Im Grunde genommen ein Tag, wie jeder andere. Zumindest sollte er dies, im besten Falle, sein.

Und aus genau diesem Grund habe ich mich bewusst dafür entschieden, dem Kommerz keine Aufmerksamkeit zu schenken und stattdessen meine Muttertags-Gedanken mit euch zu teilen.

Die Gedanken, die ich erst, seit ich selbst Mutter bin, hege. Die Gedanken vieler, wenn nicht sogar aller Mütter.

Ein großer Irrtum

Auch ich unterlag ihm früher. Dem Irrtum, dass es die ganz besonderen Geschenke sind, die diesen ganz besonderen Tag ganz besonders und meine Mutter ganz besonders glücklich machen. Heute weiß ich, dass dem nicht so ist. Sicher, meine Mutter wird sich über meine selbstgemalten Bilder, der frischen Blumenstrauß und später ihren liebsten Lieblingsduft gefreut haben. Ich meine, wer tut das nicht? Und auch ich bin gerührt. Gerührt von den Basteleien, die Ben stolz aus der KiTa mit nach Hause gebracht hat, gerührt von den sicherlich viel zu teuren Blumen und gerührt von der Pflegeserie, die mir abgespannten Mutter offensichtlich als Home-Spa dienen soll…

Die kleinen, alltäglichen Dinge

Dennoch: Erst jetzt, als Mutter, die nach und nach an Erfahrung gewinnt, weiß ich, dass es vor allem, wie so oft im Leben, die kleinen, alltäglichen Dinge sind. Gewachsen innerhalb der Familie, werden Attribute, wie beispielsweise Anerkennung und Wertschätzung hoffentlich auch bald gänzlich unsere Gesellschaft erreichen, die enormen Defizite in Betracht der Rolle der Mutter schmälern und ihr die Ehre zuteilwerden lassen, die ihr gebührt. Denn, ich kann mich nur wiederholen: wir Mütter, wir machen einen verdammt guten Job. Tagtäglich!

Ach und… Auch wenn Eigenlob stinkt. Eines muss ich noch loswerden: Es hat mich derart berührt, als meine Mom, ihr dürftet annähernd wissen, welch Schicksalsschlag sie ereilt und somit nicht nur ihr, sondern unser aller Leben verändert hat, mir unter Tränen sagte, wie stolz sie auf mich sei, dass ich meine Mutterrolle mit so viel Herz angenommen habe, Tag für Tag mein Bestes gebe und ich nun wohl auch diese Liebe spüre, die man nur für ein Kind spüren kann. Die Liebe, die sie für mich seit knapp dreißig Jahren spürt.

Mama, oh ja, das kann ich. Das kann ich, vor allem dank dir! Denn der Mensch, der ich heute bin, den hast du geformt. Für diesen Mensch, für mich, hast du Alles gegeben. Und dieses Alles versuche ich bestmöglich auch an mein Kind weiterzugeben und ich glaube, ja ich glaube, ich bin auf dem richtigen Weg. Denn gibt es etwas schöneres, als von diesem kleinen Wesen, seinem eigenen Kind, fest um den Hals gedrückt zu werden und „Mama lieb!“ (= Mama, ich hab dich lieb!) ins Ohr geflüstert zu bekommen? Nein. Definitiv nein!

Der Höhepunkt des heutigen Tages jedoch war folgender Satz, am Muttertags- Kaffee- und Kuchen-Tisch bei Oma und Opa aus Bens Mund: „Piep, piep, piep, alle lieb!“ Sieht es doch ganz danach aus, als würde die Liebe, die ich erfahren habe und nun übergebe, Früchte tragen…

Und jetzt hoffe ich, dass auch ihr alle diesen einen, der dreihundertfünfundsechzig Tage, euren Wünschen gemäß und in Gesellschaft eurer Liebsten genießen konntet!

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