Babymoon: Unser letzter Urlaub zu dritt

Von den Ansprüchen aus kinderlosen Zeiten, zwei Extremen und einer doch unvergesslichen Zeit

Hach ja, hätte man mich noch vor Ben nach meinem Traum-Babymoon gefragt, so wären Ausschlafen bis zum Mittag, ein ausgiebiges Frühstück, etliche Stunden auf der Sonnenliege und ein romantisches Candle-Light-Dinner am Strand sicher ganz oben auf der Liste gelandet. Jetzt, da ich nun schon knappe drei Jahre Mutter bin, weiß ich, dass die Ansprüche, die man als Eltern an solch besondere Anlässe stellt, mit der Geburt des ersten Kindes rapide sinken. Die Prioritäten werden schlicht und ergreifend anders gesetzt und plötzlich steht der Nachwuchs im Mittelpunkt des eigenen und des Familien-Lebens. – Was nicht zu bedeuten hat, dass ein gemeinsamer Urlaub, ja sogar der Babymoon, weniger perfekt sein kann.

… Und auch wenn bei unserer achttägigen Reise nach Südfrankreich nicht alles nach Plan lief, so kann ich behaupten, dass wir alle drei (-einhalb), Groß und Klein, wundervolle Tage genießen konnten!

Für mich, als Latinum-Absolventin, war es tatsächlich der erste Besuch bei unseren französischen Nachbarn, während mein Mann, der schon x Mal an der Côte d’Azur urlaubte, sich bestens auskennt. – Zumal er unser Urlaubsdomizil, ein wunderschönes Häuschen mit Pool im Hinterland des Golfe de Saint-Tropez, nahe La Garde-Freinet, das im Besitz seiner Familie ist, zeitweise sein zweites Zuhause nennen durfte.

Der Insider entschied also, die gut achthundert Kilometer, auf dem Hin-, wie auch auf dem Rückweg, größtenteils in der Nacht zurückzulegen, um Hitze und Stau zu entkommen und pünktlich zum zweiten Frühstück am Ziel zu sein. Gesagt, getan. – Auch wenn Ben, vor lauter unbändiger Vorfreude, die Nacht zum Tage machte.

Angekommen im Paradies, Ben konnte sein Glück noch gar nicht richtig fassen, ging es für uns, ehe der Pool eingeweiht werden wollte, erst einmal den Kühlschrank auffüllen. – So sehr ich ein reichhaltiges Hotelbuffet auch schätze, mit Kind ist eine eigene Küche dennoch Gold wert. Zumal an unsere eine riesengroße Terrasse mit Blick auf das kühle Nass, auf die sich Ben jeden Morgen, direkt nach dem Aufstehen und noch im Schlafanzug, begab, um mit Ameisen, Baggern und Steinen zu spielen, grenzte. 

Unser Tag spielte sich somit, bis auf den „sieste“, den ich mit Ben im Inneren hielt, ausschließlich draußen ab. – Ich meine, was kann es schöneres für ein Kind geben, als diese einzigartigen Sommertage unter freiem Himmel zu verbringen und nichts, wirklich nichts weiter, als das Rauschen der Bäume, das Plätschern des Wassers und das Zirpen der Grillen, zu hören? (… Sind die nächsten Nachbarn doch einige Kilometer entfernt!)

Genossen wir also gerade nicht die Ruhe unseres Zuhause auf Zeit, fuhren wir an den Strand, ließen uns im Salzwasser treiben, erkundeten die Gegend und besuchten die Hotspots, an denen wohl kein Tourist vorbeikommt: Saint-Tropez, Port Grimaud und Sainte-Maxime! – Wobei ich gestehen muss, dass ich Saint-Tropez, hat man es einmal gesehen, nicht mehr viel abgewinnen kann. Für eine Bootstour durch Port Grimaud und einen Abendspaziergang mit Dinner in Sainte-Maxime jedoch, würde ich mich immer wieder entschieden. Und selbst Ben hat, trotz der sprachlichen Barriere, binnen kürzester Zeit auf dem Hafen-Spielplatz in Sainte-Maxime mit zwei älteren französischen Kindern, die ihn liebevoll „petit bébé“ genannt und immer wieder an der Hand geführt haben, Freundschaft geschlossen.

… Und so blicken wir auf einen entspannten und zugleich ereignisreichen letzten Urlaub zu dritt, bevor Baby L. zu und stößt und unsere kleine Familie komplettiert, zurück. Ein Urlaub, der uns trotz einiger Widrigkeiten noch lange in positiver Erinnerung bleiben wird. Und das nicht zuletzt, weil Ben plötzlich und nahezu alleine, lediglich mit Unterstützung eines handelsüblichen Schwimmreifen für nicht einmal zwei Euro, zu schwimmen begann. Sogar in den Wellen des salzigen Mittelmeeres. … Und nicht genug bekommen konnte, sodass er sogar schon den nächsten Urlaub am Meer plant. Dann jedoch bereits als großer Bruder!

Blick auf die Île de Porquerolles

Unsere weiteren Highlights:

  • ‚Ausschlafen‘ – Ben tat es an einem Tag sogar bis nach acht Uhr!
  • Das viele Barfuß laufen 
  • Ben, um den man sich, hielt er sich alleine (Jedoch niemals aus unseren Augen!) in der Nähe des Pools auf, keine Gedanken machen musste
  • Die frischen „Croissant“ und „Pain au chocolat“ aus der kleinen Bäckerei in La Garde-Freinet (+ Frühstück am Stand!)
  • Einkaufen im Ausland – Immer wieder ein Erlebnis! 
  • Das Feuerwerk zu Ehren des 14. Juli, dem Nationalfeiertag Frankreichs
  • Die beste italienische Pasta und Pizza außerhalb Italiens, die wir jemals gegessen haben!
  • Oliven, Oliven und noch mehr Oliven. – Für Ben bereits zum Frühstück!
  • Eine zweite riesengroße Terrasse, direkt dem Sonnenuntergang zugewandt 

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